Less Drama in Business: Warum Fokus auf die Realität bessere Entscheidungen liefert (und einfach mehr Spass macht)

Drama als Stilmittel in der Führung gibt es wahrscheinlich schon seit Jahrtausenden. Doch nicht erst seit der Corona-Pandemie wird für mich immer klarer, dass wir eine bewußte Entscheidung zur Realität brauchen – und ganz einfach jeden Tag im Job damit anfangen können!

Keine Frage: wir erleben aktuell sehr herausfordernde und komplexe Zeiten. Es mangelt an klaren und einfachen Lösungsszenarien – ob in der Wirtschaft, Politik oder auch in Umweltfragen. Doch eines ist sicher: Unsere Sorgen um die möglichen Ausgänge, das Eintauchen in die denkbar schlechtesten Szenarien macht Entscheidungen im Hier und Jetzt kein Stück besser. Sie verschlechtern massiv unsere Kompetenz, konstruktive Lösungen zu finden. Und ziehen Kollegen um uns rum mit in den Sumpf von negativer Energie. Die Komplexität und Unklarheit über Lösungen ist per se nicht die Ursache für unseren Stress und negative Energie, sondern oft unsere Unfähigkeit mit Besonnenheit damit umzugehen.

Aber was heißt unnötiges Drama ganz konkret – jeden Tag? Das Lamentieren unter Kollegen über die schlechten Prozesse und wie alles damit den Bach runter geht. Die negativen Unterstellungen gegenüber dem Nachbarbereich, die möglicherweise nur Böses wollen. Das Schwelgen in Untergangsszenarien und Gedankenkarussel, wer aktuell alles am eigenen Stuhl sägen könnte.

Genau deswegen ist Realitätsfokussierung eine zentraler Leadership (und Mitarbeiter)-Skill, der immer relevanter wird, je komplexer Situationen werden. Immer wieder zeigen Studien auf, dass bewußtes Erlernen vom Fokus auf das Hier und Jetzt zum Beispiel durch Achtsamkeitsübungen besonders zur Stressreduzierung, emotionalen Regulierung, Aufmerksamkeitssteuerung und einer positiven Grundeinstellung dient. Aktuelle Studien über die Wirkung von achtsamkeitsbasierten Programmen in Unternehmen fanden zudem heraus, dass diese, Stress und stressinduzierte Symptome reduzieren und sich zudem sogar positiv auf die emotionale Intelligenz und Produktivität der Mitarbeiter auswirkt.

 

Obwohl wir alle im gleichen Boot sitzen und wissen, dass Drama keinen von uns zu den richtigen Ergebnissen führt, sondern der Weg lediglich für alle gemeinsam auf unterschiedliche Art und Weise erschwert wird, halten viele am Drama fest. Dabei solltet ihr alle an einem Strang für ein gemeinsames Ziel arbeiten. Doch wie schaffen wir es aus den Dramatisierungsschleifen rauszukommen, um zu vorwärts gerichteten, rationalen und vor allem besonnenen Entscheidungen zu kommen.



Wir haben für dich vier Regeln, die dir dabei helfen, das Drama fallen zu lassen und dich auf Lösungen zu fokussieren – und dein Umfeld dadurch positiv zu beeinflussen:

 

1. Fokussiere dich auf das, was du ändern kannst   

„Gott gebe dir Gelassenheit die Dinge hinzunehmen, die du nicht ändern kann…“ steht in meinem Poesiealbum aus der Grundschule. Und ist so wahr. Die eigene Energie an den Dingen aufzureiben, die mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit nicht veränderbar sind, ist anstrengend, energiefressend und schlicht nicht erfüllend. Anstatt darüber zu diskutieren, wie viele Probleme einer Situation oder einem Sachverhalt anhaften, drehe die Frage lieber in: Was müssten wir tun, damit es besser wäre? Das lenkt den Fokus auf die änderbaren Dinge und weg von den sowieso nicht verhandelbaren Rahmenbedingungen.

2. Gehe per se von guten Absichten aus

„Wir müssen aufpassen, dass die uns den Lead nicht wegnehmen.“ „Der will die Arbeit nur wieder rüber schieben.“ Mag alles sein. Solche Worte legen die ungewollte Landebahn dafür, dass genau dass dann auch passiert. Wenn du nach etwas Schlechtem suchst, dann wird sich genau dieses Verhalten bestätigen. Vielleicht hatte eine scheinbar provozierende Mail ganz andere Gründe. Oder war gar nicht so gemeint. Doch die schon das negative antizipierende Reaktion darauf startet die Drama-Dauerschleife. Mein absoluter Leitspruch für solche Situationen: Jeder handelt aus für sich 100% logischen und für sich gesehen positiven Absichten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Person dir Gegenüber dir wirklich etwas Böses möchte, ist relativ gering. Und wenn es wirklich so sein sollte, ist dann immer noch Zeit, darauf zu reagieren. Und das auch noch ganz OHNE DRAMA!

3. Bleibe mit der Situation im hier und jetzt!

Situationen in Unternehmen sind oft hochkomplex, gerade jetzt in einer wirtschaftlichen Krise. Die Komplexität der Zusammenhänge übersteigt oft das, was wir im Moment verdauen und strukturieren können. Es hilft jedoch gar nichts, sich in Worst-Case-Szenarien zu verstricken und gedanklich immer wieder „Was wäre wenn-„Szenarien durchzuspielen. Bleibe stattdessen bei dem, was heute Sachlage ist und was Du / Ihr JETZT lösen könnt. Und wenn das nur ein kleiner Schritt ist, so ist es ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Leiden kommt nicht durch die Situation selber, sondern die Story, die wir drumherum bauen.

4. Nehme Probleme nicht persönlich

Sehr oft erlebe ich, dass Probleme, nicht perfekt abgestimmte Abläufe, negatives Kundenfeedback etc. persönlich genommen wird und es – manchmal unbewusst – als persönliche oder kollektive „Niederlage“ empfunden wird. Das mag zunächst wie großes persönliches Commitment wirken, erzeugt aber zum einen ein negatives Team-Gefühl, und vor allem auch individuellen Stress! Probleme, nicht-perfekte Situationen im Job sind dazu da, gelöst zu werden – aber nicht dazu da, sie als persönliches Scheitern zu verstehen. Die Entkopplung der eigenen Gefühle von Abläufen oder Situationen in Unternehmen ermöglicht dir den Ausstieg aus Reiz-Reaktions-Mustern und befähigt dich zu starkem, nachhaltigen Agieren.

Wenn du diesen Regeln folgst, dann kannst du es schaffen einen Arbeitsplatz ohne Drama zu kreieren, der dir und allen anderen Spaß macht und in dem ihr euch gegenseitig voranbringt und weiterentwickelt.

Behalte also immer im Hinterkopf, dass ihr alle auf die gleichen Ziele hinarbeitet und bedenke, dass egal ob Führungskraft, Mitarbeiter oder Aushilfe. Jeder macht einen Unterschied!

 

In unserem Business kann es schnell einmal passieren, dass wir so gestresst sind, dass wir uns selbst verlieren und in den Drama-Loop fallen. Deswegen ist es so wichtig, jeden Tag eine bewusste Entscheidung für das hier und jetzt zu fällen, für die Realität, die wirklich da ist. 

Möchtest auch du mehr Ent-dramatisierung im Job erfahren? Dann folge uns auf unseren Social-Media Profilen und finde hilfreiche Tipps, wie du im Business mit mehr emotionaler Intelligenz, mentaler Stärke und Empathie wachsen kannst!